Körperpsychotherapie

Als Körperpsychotherapeutin begegne ich Menschen nicht nur über Worte, sondern über das, was oft viel leiser spricht: den Körper. In jeder Haltung, jeder Spannung, jedem Atemzug liegt eine Geschichte verborgen – manchmal zaghaft, manchmal überwältigend. Meine Arbeit beginnt dort, wo Sprache an ihre Grenzen stößt.

In der Körperpsychotherapie wird versucht, über gezielte Körperarbeit Zugang zu verdrängten Erlebnissen und Emotionen zu bekommen. Ziel der Körperpsychotherapie ist es, „eingefrorene“ Stress- und Traumareaktionen sanft zu lösen und dem Organismus zu ermöglichen, wieder flexibler zu reagieren. Dadurch kann sich nicht nur körperliche Entspannung einstellen, sondern auch mehr innere Klarheit und emotionale Zugänglichkeit entwickeln.

Diese Arbeit ist für mich zutiefst berührend. Sie verlangt Geduld, Präsenz und ein feines Gespür für das Unsichtbare. Oft sind es kleine Veränderungen – ein freierer Atem, ein weicherer Blick, ein erstes Gefühl von Sicherheit im eigenen Körper – die eine große innere Bewegung ankündigen. Genau darin liegt für mich die Schönheit meiner Arbeit.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Arbeit mit Atem, Bewegung, Dehnung und Muskelspannung, Drucktechniken und der Stimme, um innere Zustände zu bewegen und festgehaltene Spannungen zu lösen. Gleichzeitig können unterdrückte Gefühle allmählich wieder ins Bewusstsein treten und Altes kann sich ablösen. Es geht um das Ablösen chronischer muskulärer und emotionaler Schutzstrukturen, die sich im Körper „verfestigt haben“, wenn Gefühle dauerhaft unterdrückt werden.

Wenn jemand den Mut findet, sich diesen Empfindungen zuzuwenden, entsteht ein besonderer Moment: ein Innehalten, ein erstes wirkliches Spüren. Es ist, als würde etwas lange Verschlossenes vorsichtig die Tür öffnen.

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